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Schildkröten auf Sardinien
Sardinien ist schildkrötenbezogen eine ganz besondere Insel. Alle drei europäischen
Landschildkrötenarten kommen auf der relativ kleinen Insel vor:
- Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni hermanni)
- Breitrandschildkröte (Testudo marginata)
- Maurische Landschildkröte (Testudo graeca graeca)
Ausserdem ist auch die Sumpfschildkrötenart
- Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis capolongoi)
auf der Insel verbreitet. Die Griechische
Landschildkröte kommt auf der gesamten Insel vor, gehäuft aber im Nordwesten. Die
Breitrandschildkröte bevölkert ausschliesslich der Nordosten der Insel. Die Maurische
Landschildkröte ist auf einem relativ kleinen Areal im Südwesten von
Sardinien zu finden.
Verbreitung
Griechische Landschildkröte
Am zahlreichsten vertreten ist die Griechische Landschildkröte (Westliche Unterart),
welche über
die ganze Insel verbreitet ist. Die Populationsdichte hat aber aufgrund verschiedener Faktoren (siehe Bedrohung) stark abgenommen. Ihr Lebensraum bilden
veschiedenartige Habitate wie naturbelassene Arelae in der Ebene, meeresnahe Dünenlandschaften
sowie extensiv bewirtschaftete Landwirtschaftsflächen.
Breitrandschildkröte
Die bergigen Hanglagen Sardiniens mit Buschvegetation bilden den Lebensraum der
Breitrandschildkröte im Nordosten der Insel.
Ausgerechnet der Nordosten der Insel ist die Tourismus-Region Sardiniens schlechthin und deshalb besonders vom Aussterben
bedroht.
Über die Breitrandschildkröten Sardiniens herrschen unterschiedliche Auffassungen.
Einerseits ist in der Literatur immer wieder der Hinweis zu finden, dass die sardischen
Breitrandschildkröten aus Griechenland eingeführt wurden und keine ursprünglichen
Populationen darstellen. Andererseits wird die sardische Breitrandschildkröte teilweise
auch als sardische Unterart Testudo marginata sarda beschrieben. Beide
gegensätzlichen Aussagen sind in der Wissenschaft
bis heute umstritten und nicht belegt. Neuere DNS-Analysen gehen aber davon aus, dass eine unterartliche Trennung
von den griechischen Breitrandschildkröten unhaltbar ist.
Maurische Landschildkröte
Die Verbreitung der Maurischen Landschildkröte auf Sardinien beschränkt sich auf
ein ganz kleines Areal im Südwesten der Insel. Das Areal zeichnet sich aber durch
eine hohe Populationsdichte aus. Die karg bewachsenen Sanddünen an der Meeresküste
bilden den Lebensraum der wärmeliebenden Maurischen Landschildkröte. Da die Habitate
bisher weitgehend von der menschlichen Zivilisation verschont wurde, ist die Maurische
Landschildkröte auf Sardinien nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht.
Europäische Sumpfschildkröte
Die Europäische Sumpfschildkröte ist auf der ganzen Insel noch weit verbreitet.
Allerdings
macht ihr die zunehmende Trockenlegung von Gewässern auf Sardinien sowie die Gewässerverschmutzung stark zu schaffen.
Bedrohung
Die Schildkröten auf Sardinien sind wie überall im Mittelmeerraum stark gefährdet.
Die hauptsächlichen Ursachen dafür sind:
- Steigender Tourismus in den bisher naturbelassenen Regionen
- Brandrodungen zur Gewinnung der Landwirtschaftsflächen
- Vergiftungen durch Gewässerverschmutzung und Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden
- Verwilderte Hausschweine, die die Nahrungsflächen und Eigelege der Schildkröten
zerstören.
- Ziegenherden, die die Buschvegetation empfindlich dezimiert und so die wichtigen
Versteckplätze der Schildkröten zerstören.
Literaturtipp
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Updates
Schildkröten-News
SIGS
Schildkröten-Interessengemeinschaft Schweiz
www.sigs.ch
Fotogalerie:
Fotogenia
(Stefan Kundert)
Zacken-Erdschildkröten:
www.spengleri.ch
(Katja + Dominik)
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